Museumsvielfalt in Bad Wildungen

Aktuelle Ausstellungen

Quellenmuseum in der Wandelhalle Bad Wildungen

Geschichte der Bad Wildunger Kinos

25. August – 17. November 2019
Täglich: 10 – 18 Uhr; Eintritt frei

Doppelausstellung im Quellenmuseum in der Wandelhalle Bad Wildungen

Kinos spielten in Kurstädten lange Zeit eine große Rolle, da sie in das Unterhaltungsprogramm für die Gäste gezielt einbezogen wurden. Entsprechend früh, nämlich schon 1912, gab es in Bad Wildungen ein ständiges Filmangebot. Anfangs wurden Säle größerer Hotels genutzt, dann entstanden eigene Kinobauten. Die Technik war jeweils auf dem neuesten Stand; so eröffnete 1955 das „Astoria-Cinemascope-Filmtheater“ mit der modernen Breitwand-Leinwand.

Bad Wildungen besaß einmal drei Lichtspielhäuser, keines blieb erhalten. Die Ausstellung dokumentiert die Geschichte der Bad Wildunger Kinos.

Integriert in die Ausstellung ist eine Sammlung von Originalgemälden des Plakatmalers Will Williams, die ein Bad Wildunger Sammler zur Verfügung stellt.

Will Williams war einer der bedeutendsten Maler von Kinoplakaten. Er arbeitete in Deutschland und den USA.
Als Willi Haseneier wurde er 1922 in Bochum geboren; er starb 2015 in Kassel.
Haseneier besuchte die Kunstakademie in Düsseldorf. Sein Leben verlief zeitweise sehr abenteuerlich. 1942 wurde er als Soldat eingezogen, aber bald wieder entlassen. Dann agierte er als Truppenbetreuer, desertierte über Dänemark, England und Nordafrika nach Italien und arbeitete schließlich für eine Propagandaabteilung der US-Streitkräfte.
In Italien entstanden durch die Regisseure Roberto Rossellini und Federico Fellini Kontakte zu den führenden italienischen Filmplakat-Künstlern. Er erlernte ihre Techniken und gestaltete 1948 sein erstes eigenes Filmplakat für den Western Spuren im Sand von John Ford.
Ausbildung und Talent eröffneten ihm eine Karriere in Deutschland. Für zahlreiche Großproduktionen wie Prinz Eisenherz, Das Gewand oder Quo Vadis schuf Williams künstlerisch hochwertige Plakate. 1959 erfolgte der Schritt nach Hollywood. Er arbeitete nun freiberuflich für die großen Studios Columbia, MGM, Fox und Disney. Und er porträtierte die großen Hollywood-Stars.
Insgesamt soll Will Williams rund 1.000 Plakate und Porträts geschaffen haben.

Mit Rosita Serrano, einer in Deutschland in den 1930er und 1940er Jahren bekannte Sängerin und Schauspielerin („Chilenische Nachtigall“), lebte er einige Jahre in Chile und kehrte schließlich nach Deutschland zurück. Seit 2012 lebte er in einem Seniorenzentrum in Kassel, in dem er im März 2015 kurz vor seinem 93sten Geburtstag verstarb.

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Bad Wildungen

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An der Georg-Viktor-Quelle 3
34537 Bad Wildungen

Verantwortlich

Leiter der Städtischen Museen
Bernhard Weller

Telefon 05621 967960
b.weller(at)badwildungen.net

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